Sachensurium

Keine Ursache!

Archive for the ‘Sachte bitte!’


BIO-logischer Energiesparmodus

ArktikErdhoernchen

Leben auf kleinster Flamme

Winterschlaf heißt das Phänomen – und lange galt es als Domäne von Murmeltier, Bär und Siebenschläfer, die rund die Hälfte des Jahres verschlafen. Beobachtungen jedoch belegen, dass nicht nur Säugetiere, sondern auch Vögel ihre Lebensgeister auf ein Minimum drosseln können. Und noch einige weitere althergebrachte Vorstellungen über den vermeintlichen Kälteschlaf mussten die Biologen in jüngster Zeit revidieren. Was bisher Winterschlaf oder Winterstarre genannt wurde, scheint eine ganz generelle Reaktion vieler Tiere auf Notlagen zu sein. Winterschlaf ist viel weiter verbreitet als bislang angenommen und keineswegs auf den Winter oder auf Säugetiere beschränkt. Nicht Kälte, sondern Nahrungsknappheit oder Wassermangel bedingten zumeist die Flucht in den Energiesparmodus. Tropische Blütenfledermäuse und Kolibris etwa erstarren bei Mangel an nektarhaltigen Blüten. Halbaffen auf Madagaskar wiederum verschlafen die Trockenzeit, Kalifornische Erdhörnchen den glühenden Sommer. Und sogar Rehe, Hirsche und die urwüchsigen Przewalski-Pferde können ihren Stoffwechsel auf Sparflamme schalten. Auf 15 Grad kann die Temperatur in den Flanken von Hirschen fallen. In den Extremitäten maßen die Forscher gar nur 3 Grad. Unsere Beine würden sofort erfrieren, den Tieren jedoch nützt die Unterversorgung, ihr Energieverbrauch sinkt dramatisch.

Die Fähigkeit, den Stoffwechsel herunterzufahren, ist unter Wirbeltieren so weitverbreitet, dass es wahrscheinlich mit einem stammesgeschichtlich sehr alten Mechanismus zu tun hat. Es ist durchaus möglich, dass eine konstante Körpertemperatur bei Säugetieren und Vögeln viel seltener ist als bislang angenommen.

Der Extremist unter den Winterschläfern ist das Arktische Erdhörnchen. Wenn sich im Norden Alaskas der Winter ankündigt, rollt es sich unter der Erde zusammen und erstarrt. Auf bis zu minus 18 Grad Celsius fällt die Bodentemperatur. Doch das Tier widersteht. Bei 2 Grad Minus stabilisiert es seine Körpertemperatur – ohne dass sein Blut gefriert. „Supercooling“ heisst diese Fähigkeit. Die Körperflüssigkeit werde in einem „metastabilen Zustand“ gehalten. Scharfkantige Eiskristalle, die das Gewebe zerstören könnten, bildeten sich auf wundersame Weise nicht. Doch wehe, das filigrane Gleichgewicht wird gestört: Schon die Berührung eines Zehs reiche aus, um das Hörnchen schockzufrieren. Alle 10 bis 21 Tage erwacht das kaltblütige Tier aus seiner Nahtod-Erfahrung. Der Körper wärmt sich auf. Für Stunden unterbricht das Arktische Erdhörnchen den Tod auf Zeit.

Bei fast allen Winterschläfern kommen diese Aufwachphasen vor. 90 Prozent der angefutterten Energiereserven werden dabei verbraucht. Die Forscher rätseln noch, was der periodische Kaltstart soll.  Am wahrscheinlichsten erscheint mittlerweile die Theorie, dass die Tiere aufwachen würden, um Hirnschäden zu vermeiden. Das Gehirn für lange Zeit abzukühlen ist offenbar mit dem Risiko von Ausfällen verbunden, deshalb muss es periodisch wieder aufgewärmt werden.

Stilllegung lautet das Geheimnis des Energiesparmodus, der Stoffwechsel wird zu großen Teilen abgeschaltet. Bis zu 98% Energie können kleine Tiere damit einsparen. Gensequenzen werden in den Zellkernen nicht mehr abgelesen, Proteine nicht mehr synthetisiert, ganze Reaktionsketten gleichsam eingefroren. Auch das Immunsystem stellt weitgehend die Arbeit ein. Besonders radikal ist die Veränderung im Gehirn – im Wachzustand der Energiefresser schlechthin. Auf dem EEG ist keine Hirnaktivität mehr sichtbar, ein Zustand, der beim Menschen den Hirntod definiert. Bis zu 90 Prozent des Blutflusses versiegen im Gehirn der eiskalten Schläfer. Allein einige überlebenswichtige Bereiche des Hirnstamms bleiben aktiv.

Quellen:
http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-45168976.html
http://oe1.orf.at/artikel/209766

Haben oder Sein

habensein

Weder habe ich hier vor, auf das gleichnamige gesellschaftskritische Werk des Sozialpsychologen Erich Fromm näher eingeben, noch bin ich in der Lage dazu. Doch so viel habe ich begriffen, ich bin ein Mensch mit sehr begrenztem Horizont. Weder die Alpen noch mein Ego stehen mir im Weg, nein. Selbst auf dem höchsten Gipfel umgeben von Meer scheint sich mein innerer Horizont nicht wirklich zu erweitern. Du willst das nicht glauben, das verstehe ich, das riecht nach Ver-sagen. Also doch lieber zu-schweigen?

Warum scheint es uns in der Regel wichtiger, Recht zu haben als recht zu sein. Um Recht zu haben, vergessen wir manchmal alle Regeln des Mensch-seins. Unrecht haben dient oft als Recht-Fertigung, recht zu sein. Das menschliche Auge ist fähig, allerhöchstens 6000 Sterne am Nachthimmel zu erkennen, jede gängige Digitalkamera hat eine höhere Auflösung. Es ist jeder Zeit, Standpunkt zu wechseln, einen Schritt nach links zu machen, recht zu sein, den Blickwinkel oder den Fokus zu verändern, sich recht zu erinnern und den Link auf die Digitalkamera zu er-suchen; Auch ohne Digitalkamera zu akzeptieren, dass die Menschen unterschiedliche Horizonte begrenzen und nicht Recht haben, sondern recht sein, das Ziel ist.

Haben oder Sein, ob Gott, Chef oder Freund, je mehr SIND, desto weniger HABEN

© ariane

Bär – Bern – Berna

Warum die Stadt „Bern“ (Bärn) heisst, bleibt hier unbeantwortet, doch gibt es in der Stadt Bern einen Bärenpark. Warum die Bärin (Berna oder Ursina) so hoch hinaus will, sei an dieser Stelle eurer Fantasie überlassen…
© ariane (Bild alain)

Flechten – oder warum in der Antarktis die Wege markiert sind

© Zee Evans/ National Science Foundation

Flechten wachsen in der Antaktis 10 bis 16 Millimeter in 100 Jahren!

Deshalb bleiben Besucher auf den markierten Wegen. Ein Fehltritt auf eine Flechte würde Jahre des Wachstums vernichten!

© ariane